Clemens Hövelborn

Neuer kapitalistischer Realismus

 
Phänomen Macht und Gewalt
Aktuelle und historische Bezüge eines Malers
         
Von beklemmender Aktualität ist die Ausstellung des Malers Clemens Hövelborn, die Kultur am Kelterberg ab dem 4. März 2017 in den Galerieräumen am Kelterberg 5 in Stuttgart-Vaihingen zeigt. Hinter dem Titel »Neuer kapitalistischer Realismus« verbirgt sich ein Thema, das neuerdings mit einer bedrohlichen Wucht weltweit um sich greift: Macht und Gewalt lassen Unschuldige zu Opfern werden, zerstören soziale Strukturen und bewirken Unfrieden.
 
Die großformatigen Ölgemälde des Malers zeigen Täter und Opfer in einer eigenen Malweise, in der staubtrockenes Betongrau, Dunkelheiten wie auch eine zarte Farbigkeit vorherrschen. Deutlich herausgearbeitet ist die Beziehung zwischen Menschen in einer Welt, in der zunehmend menschliche Zuwendung abhanden zu kommen scheint.
 
Was auf den ersten Blick wie eine Milieu-Studie erscheint, erweist sich als Bezugnahme auf politische und soziale Missstände. Hövelborn fügt zudem Personen der Zeitgeschichte in historische Kompositionen ein. Somit gleichen sich Inszenierungen von Macht und Verbrechen und haben aktuelle wie historische Bezüge. Da auf den Leinwänden oft Kapitalverbrechen abgebildet werden, greift der Begriff vom 
 
»Neuen kapitalistischen Realismus«.
 
Beim Betrachten der Bildwerke eröffnen sich Fragen: Woher kommt Gewalt, wer übt sie wie aus, sind wir Macht, Gewalt und Unfrieden hoffnungslos ausgeliefert oder gibt es Gegenwirkungen? Die Bilder wollen Gewalt nicht verherrlichen, sondern  im Gegenteil zum kritischen Nachdenken anregen.
 
Clemens Hövelborn, 1980 in Backnang geboren, lebt und arbeitet seit 2011 in seinem Atelier in S-Möhringen. Von 2007 bis 2011 besuchte er die Freie Kunstschule Stuttgart und absolvierte dort Zeichen- und Malkurse bei Andre und Olga Düring und bei Rolf Kilian.

Südwest Fernsehen »Landesschau mobil« berichtet über
Kultur-Am-Kelterberg. Hier der Link zur Mediathek:

http://swrmediathek.de/player.htm?show=4a112e80-c3d1-11e6-8e1e-005056a12b4c