MATARIALismus / Manfred Unterweger (Undi/+i)

Einige Exponate der Ausstellung...

Künstliche Alterungsprozesse, unscheinbare, so genannte 'arme Materialien', umwelt- und sozialpolitisch relevante Themen wie die Zerstörung unserer Umwelt, den sorglosen Umgang mit unseren Ressourcen und Menschenrechtsverletzungen charakterisieren Manfred Unterwegers Werk. Das verwendete Ausgangsmaterial hat dabei entweder seine besten Tage schon lange hinter sich oder unterliegt durch die Bearbeitung einem künstlichen Alterungsprozeß. Was andere achtlos wegwerfen würden, erfährt durch Manfred Unterweger eine ungewöhnliche Metamorphose. Die ver- und bearbeiteten Materialien werden so zu mehrdeutigen Ruinen des Gegenständlichen. Genau in diesen zerstörten Relikten aus der Alltagswelt findet Unterweger die Quelle seiner gesellschaftspolitischen Kritik. Der Künstler entrückt das Material dem eigentlichen Zweck - erodiert, übermalt, überklebt, säurebehandelt oder dem Feuer ausgesetzt, erscheinen Kohle, Staub, Wachs, Teebeutel, Spaghetti, alte Strumpfhosen und andere Rohstoffe in neuem ästhetischem Licht. Beides, das Verfahren wie der Werkstoff, ist aus Manfred Unterwegers künstlerischer Arbeit nicht wegzudenken. Als grundlegende und prägende Elemente bestimmen sie sowohl den Prozess wie auch die Gestalt der Dinge. Subtil sind die Werkstoffe aufeinander abgestimmt; das scheinbar Unscheinbare und Unwerte wird zu Rarität. Das verleiht den Bildern eine auch malerisch interessante Oberfläche, deren körnige Struktur im Licht changiert und zugleich reliefartig den Raum besetzt. Auf Farbigkeit wird weitgehend verzichtet. Das ergibt sich schon aus dem Material, das sich auf schwarze und graue, manchmal auch erdige Töne und fahles Gelb beschränkt. Alle zusammen entwickeln sie eine überraschende Vielfalt an Abtönungen, die auch ohne größere Farbigkeit malerisch wirkt. Seine sorgsam komponierten Materialbilder, Installationen und Objekte sind Ausdruck einer kritischen Betrachtung der Wegwerfgesellschaft, sozialpolitisch relevanter Themen  und unerschöpflicher Experimentierfreude.
(Text: Georg Zaiß/Zero Arts e.V., Stuttgart)

 

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