DAS ANTLITZ AM ABGRUND - Amy Hany (Malerei)

Finissage am Sonntag, den 13. April 2014 ab 15 Uhr

Amy Hany

Das Antlitz am Abgrund«


Die Gefühle beim Betrachten der Bilder von Amy Hany sind vielfältig, aber stimmen sie noch, wenn wir sie benennen? Was stimmt noch, wenn wir sie erfühlen wollen? Bekommen wir eine Antwort auf ihr Frauenbild? Werden diese Frauen angeblickt, begehrt, manipuliert? Oder sind sie im Gegenteil emanzipiert, blicken sie, begehren sie, manipulieren sie? Sind sie die Künstlerinnen, und wir die Objekte? Im ersten Moment des Betrachtens glauben wir zu wissen, was uns ihre  Bilder zeigen, wie sie die Welt ihrer Frauen sieht, wie scheinbar kaputt ihre Weltsicht ist, wie abgrundtief, psychotisch, destruktiv, sexualisiert unter der hübschen, folkloristischen Oberfläche. Oder sind wir das Subjekt, das im Spiegel ihrer Bilder unsere Illusion erlebt?

 

Die Fülle der Werke lassen sie zu einem Ornament zusammenfließen, in der Farbe zu einem Instrument, einer Waffe wird. Was Amy Hang interessiert , sind menschliche Abgründe, Fehltritte, Krankheiten und die dunkle Seite. Sie kriecht förmlich in verschiedene Frauen-Rollenbilder, malt sie und verleibt sie sich ein. Sie fügt den Frauen in ihren Bildern Wunden zu, lässt sie morden, Krankheiten durchleben, Inzest feiern, sich umbringen und manchmal auch einfach nur heilig sein. www.amyhany.de

 

"Amy Hanys Antlitze schreien, sprechen von Tod und Teufel, bluten aus der Fresse, verhöhnen sich selbst, zweifeln, klagen an, bitten und richten Pistolen auf imaginäre Gegenüber. Aber der Angriff mit der Waffe gilt nie dem Betrachter und der eventuelle Schuss aus der Leinwand ist keine Warnung. Er ist Konzept, er gehört zum Schema des Dolches, der die vermeintlich heile Welt aufspießen möchte.

 

In ihren Übermalungen verschiebt Amy Hany die Idee der Adbusting-Bewegung mitten ins geschützte Atelier und spielt den illegalen Kampf der Kommunikationsguerillas in aller Ruhe auf dem Papier durch. Mit Tusche und Acryl werden Haare zu Schlangen und Knöpfe in malerische Piktogramme umgewandelt. Der ursprüngliche Inhaltedahinter bleibt stumm stehen und vermittelt eine Art Informationsnotstand, wäre da nicht das Leuchten der Farbe.

 

Ich sehe in Amys Malerei ein Psychodrama auf einzelnen Leinwänden und Papierbögen ablaufen, ein Tagebuch gesellschaftlicher Themen und Abgründe, mit denen ich mich in meiner Einführung/Performance "Amy im Off" anlegen werde." (Hannelore Kober)